Portrait

Geschichte

Auf dem nördlichen Gebiet von Schalunen wurde 1864 beim Pflügen eines Ackers ein Ring aus der La-Tène-Zeit gefunden. Der Armreif ist heute im Historischen Museum in Bern zu bewundern. Vermutlich war dort einmal eine keltisch-römische Siedlung, zu der eine Treppe vom Moos hinaufführte.
Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1246 unter dem Namen Chaluna. Später erschienen die Bezeichnungen Schalune (1321), Schalunen (1361) und Tschalunen (1412). Die Etymologie des Ortsnamens liegt im Dunkeln.
Ab 1406 stand Schalunen unter Berner Herrschaft. Quer durch das heutige Dorteilgebiet verlief danach eine Grenze: Der südliche Teil des Dorfes gehörte zum Zisterzienserinnenkloster Fraubrunnen und nach deren Säkularisation im Jahr 1528 zur Landvogtei Fraubrunnen im Landgericht Zollikofen. Demgegenüber unterstand der nördliche Teil dem Gericht Bätterkinden in der Landvogtei Landshut. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörten beide Teile Schalunens während der Helvetik zum Distrikt Zollikofen und ab 1803 zum Oberamt Fraubrunnen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt. Am 01.01.2014 fusionierte die Gemeinde Schalunen mit den umliegenden acht Gemeinden, Büren zum Hof, Etzelkofen, Fraubrunnen, Grafenried, Limpach, Mülchi und Zauggenried zur neunen Einwohnergemeinde Fraubrunnen. In Schalunen steht keine eigene Kirche, es gehört zur Pfarrei Limpach (reformiert) und zur Pfarrei Utzenstorf (katholisch).
1842 wurde im Moos die Mühle gebaut, welche heute ein Bauernbetrieb ist. 1852 errichteten die Schaluner im Underdorf ihre erste Käserei. Seit 1864 hatte Schalunen eine Poststelle, die ursprünglich in einem Bauernhaus untergebracht war.
Bis zur vorletzten Jahrhundertwende stand inim Dorfteil Schalunen etwas, was keine der grossen Nachbargemeinden vorzuweisen hatte, nämlich ein "Pensionat für Töchter gehobenene Standes". Das Gebäude, in dem dieses Pensionat untergebracht war, steht heute noch. Es ist nun das Restaurant Eintracht.
Heute hat Schalunen für mit Namen bekannte Gebiete: Dorf, Underdorf, Hinderdorf, Underfeld, Holzrütti. Anfangs des vorigen Jahrhunderts wurde im Hinderdorf der Bahnhof gebaut. In den letzten Dreissig Jahren machte unser Dorf eine rasante Entwicklung durch.
Die 1970 einsetzende Bautätigkeit brachte Leben in das anhin ruhige Dörflein mit seinen 120 Einwohnern. Das Underfeld, wo früher Getreide und Kartoffeln geerntet wurden, verwandelte sich in ein Wohnquartier. Jedes Jahr wuchsen hier drei bis vier Häuser aus dem Boden, bis kein Platz mehr für Kartoffeln und Getreide war. Heute stehen an deren Stelle 40 Einfamilienhäuser. Fast zur gleichen Zeit erstellte man die erste Etappe der Kanalisation mit dem Anschluss an die eben fertiggestellte ARA Fraubrunnen-Burgdorf. Zwischen 2010 und 2013 ist im Gebiet Holzrütti das Quartier Jurastrasse entstanden.
Im alten Dorfkern, der auf der Emmenterrasse steht, sind die meisten Gebäude Bauernhäuser oder doch ehemalige Bauernhäuser. Sie sind alle sehr ähnlich gebaut, der Wohnteil als Riegelbau mit Bernerbogen, der Stall gemauert und der Heubühnenteil aus Holz. Alle haben ein weit ausladendes Dach. Sie stammen durchwegs aus dem vorletzten Jahrhundert. Ein Speicher steht sogar seit 1770 auf dem Gemeindegebiet.